Im Jahre 1950 wurde im Trachtenverein Hinterskirchen die erste Volkstrachtengruppe gegründet. Ein Großteil der Trachten wurde aus Beständen alter Bauernhäuser zusammengetragen.
Bei der kompletten Umstellung des Vereins auf Volkstracht im Jahre 1958 wurde insbesondere die Dirndltracht etwas erneuert. Die Burschentracht blieb weitgehend unverändert.
Erneuerte Frauentracht:
Unsere Frauen tragen einen schwarzen, angereihten Rock mit Besenlitzensaum. Dazu wird eine kirschrote, gemusterte Seidenschürze angelegt, welche sich nur gering von Frau zu Frau unterscheidet.
Am auffälligsten sind wohl die weißblauen, handgestrickten Strümpfe. So manch einer mag sich über die Kombination mit der roten Schürze wundern, ist aber tatsächlich so früher getragen worden, weshalb man es nicht nach heutigen Geschmäckern umstellen wollte. Ein Spitzenunterrock und schwarze Halbschuhe mit Silberschließe als Verzierung schließen das Beinkleid ab.
Obenrum tragen die Damen eine hochgeschlossene, weiße Leinenbluse mit langen Ärmeln, die je nach Anlass unten bleiben oder hochgekrempelt werden. Darüber kommt ein schwarzes Mieder mit Silberkette und Miederstecker. Der „Balkon“ wird mit Buchs und Nelken geschmückt. Um die Schulter wird ein goldfarbenes, gemustertes Seidenschultertuch mit Fransen sowie einer Brosche am Tuch und der Bluse getragen.
Die Haare werden aufgesteckt und mit einem Zupf „verlängert“. Als Befestigung dienen Silberhaarnadeln. Ledige Frauen setzen ein Grandl, die verheirateten eine Riegelhaube auf.
Männertracht:
Die Männer tragen eine bis zum Knöchel reichende, enganliegende Lederhose aus Hirsch- oder Bocklederhose in schwarzer, manchmal auch in brauner Farbe. Der Hosentaschenansatz ist mit je zwei Silberknöpfen auf jeder Seite versehen. Dazu tragen sie schwarze Faltenstiefel mit acht Ecken und sechs Falten.
Die Weste reicht bis zum Hemdkragen und ist immer mit 14 bis 16 Silberknöpfen, verteilt auf zwei Reihen versehen. Das Besondere ist, dann die Herren keinen einheitlichen Samtstoff haben. Der Grund ist heute der gleiche wie früher: Damals war es den Schneidern, die noch auf Wanderschaft waren, nicht möglich, immer denselben Stoff anzubieten. Das ist auch heute noch oft der Fall. In beiden Fällen ist es schlicht die Verfügbarkeit des Stoffes. Nur der Schnitt ist bei allen gleich.
Passend zu Weste tragen alle Herren ein Seidenhalstuch mit Silberbrosche. Der Janker besteht aus einem feinsten schwarzen oder braunen Tuch mit Papsel eingesäumt, ebenfalls mit 12 bis 14 Silberknöpfen auf zwei Reihen aufgeteilt versehen. Im Gegensatz zum Gehrock der Historischen Tracht ist die Machart kurz, wird aber ebenfalls offen getragen, sodass man die Silberknöpfe der Weste sehen kann. Jeder Mann trägt zudem eine Silberne Uhrkette mit Taler.
Die Männer in Hinterskirchen tragen allesamt einen Velorhut, dessen Hutkrempe dunkelbraun eingesäumt ist.


